Ob ich traurig bin? Niedergeschlagen?

Als renommierter Profi-Fussball-vom-Sofa-aus-Zugucker wurde ich das heute öfters gefragt. Verdutzt wurde meine Antwort aufgenommen: „Nein!“. Wieso auch? Die Spanier waren bei dieser EM und in dieser Form kaum zu bezwingen, unsere Hintermannschaft samt Mittelfeld spielte zu viele Fehlpässe. Es gab also keinen glücklichen, sondern einen verdienten Sieger bei diesem Endspiel.

Trotzdem, eines macht mich dann doch mindestens stutzig, wenn nicht gar traurig:

Die Schiedsrichterleistung während des Turniers im allgemeinen und beim gestrigen Endspiel im besonderen. Trotz Funkverbindung mit den Linienrichtern und dem vierten Mann am Spielfeldrand kam es doch relativ häufig zu eklatanten Fehleinschätzungen des Schiedsrichters, die man nicht einfach durch „Sekundenbruchteile der Entscheidung“ entschuldigen kann. Schon bei der WM habe ich die Vermutung geäussert, dass an diesem Funkverkehr mehr als nur vier Personen beteiligt sind. Ich will jetzt keine Verschwörungstheorie in die Welt setzen. Was aber, wenn ein fünfter Mann im Hintergrund alle relevanten Zeitlupen studiert und dieser dann Kommandos an den Schiedsrichter gibt, bei nächster Gelegenheit eine Konzessionsentscheidung zu treffen? Schon bei der WM 2006 gab es viele dieser Schiedsrichter-Pfiffe für die ausgleichende Gerechtigkeit – und kein Fan konnte hinterher böse sein, dass diese Entscheidungen so getroffen wurden. Auch bei der EM gab es diese in grosser Zahl. Nur leider liessen die Spanier dem Schiedsrichter kaum eine Chance, nachträglich eine Rote Karte zu zeigen (als Ausgleich zum Kopfstoss gegen Poldi) oder in gefährlichem Abstand zum Tor einen Freistoss für die Deutsche Nationalelf zu pfeiffen (als Ausgleich für das brutale Foul an Lahm zu Beginn des Spiels, das nichtmal gepfiffen wurde). Das hat bei anderen Spielen dieser EM 2008 schon besser geklappt… Meiner bescheidenen Meinung nach haben die Spanier zu wenig aus ihren Chancen gemacht, einzig die Mittel fehlten, dies auszunutzen, und kein spanischer Fan hätte böse sein dürfen, hätte der Schiri Rot gezeigt oder eine gefährliche Freistosssituation „heraufbeschworen“.

Bleibt nur zu sagen: „Auf geht’s ins nächste Turnier!“ Ich drücke die Daumen.

Advertisements