Gestern habe ich meinen Vater beim Einkauf und Aufbau eines Samsung LCD TVs (UE46B6000) unterstützt. Ich halte ja nicht viel von LCDs (auch wenn LED draufsteht), aber das ist ein anderes Thema.

Worüber ich jetzt und hier hauptsächlich berichten werde, ist das miese Handbuch und die unsägliche Bedienerführung, die sich Samsung bei diesem 2000-Euro-Gerät (Listenpreis) erlaubt.

Aufstellen und Anschliessen des Slime-Line-TVs waren recht schnell erledigt. Die automatische Erstinstallation verlief ebenfalls ohne Komplikationen, es wurden schnell mehrere Hundert digitale Kanäle des Kabelnetzes gefunden und schön ordentlich alphabetisch geordnet. Nun, meine Eltern sind Gewohnheitstiere, und da kann ich denen nicht verklickern, dass sie Programm Nummer 347 für das ZDF wählen sollen. Auch eine Favoritenliste aufzurufen und daraus auszuwählen ist ihnen definitiv zu  umständlich. Bei Knopfdruck auf „1“ muss das Erste kommen, bei „2“ das ZDF. Also tat ich, was ich immer tun muss, wenn ich einen Fernseher bei Verwandten/Bekannten einrichte: Ich bringe mühevoll die Sender in die gewünschte Reihenfolge.

Von meinem Topfield (SAT-Empfänger) bin ich gewohnt, dass man einen oder mehrere Kanäle auswählt und einfach verschiebt. Z. B. bei einem Metz-Röhren-Fernseher, der im Allgemeinen als komfortabel gilt, kann ich das auch so durchführen, allerdings immer nur mit einem Kanal und doch recht zäh, was das Reaktionsverhalten auf Fernbedienungskommandos angeht.

Beim diesem Samsung-TV ist ein Verschieben erst gar nicht möglich. Man wählt den Kanal und muss umständlich über eine weitere Taste auf der Fernbedienung („Tools“) und Auswahl des Menüpunktes „Programmplatz“ eine Programmnummer vergeben, also z. B. die „1“ für „Das Erste“, die „2“ für’s „ZDF“ usw. Blöd nur, dass der Kanal, der vorher auf dem gewünschten Platz war, gelöscht wird, sofern man ihn nicht zuvor z. B. ganz nach hinten platziert (oder vorab löscht, weil verschlüsselt/überflüssig). Zudem reagiert das Bildschirmmenü bei den vielen notwendigen Tastendrücken träge. Der Aufwand für das erstmalige Einrichten der gewünschten Programm-Reihenfolge nahm somit mehrere Stunden in Anspruch. Und wehe, man will mal einen Kanal aus den hinteren Programmplätzen nach vorne bringen. Noch schlimmer: Man macht einen erneuten Suchlauf. Das hat zur Folge, dass alle Sender wieder alphabetisch angeordnet werden.

Für mich ist das eine klare Abwertung zu Note 6 beim Bedienungskomfort.

Zum Thema Handbuch erlaube ich mir einfach mal einen Satz zum Thema „Optionsmenü für Kanallisten“ zu zitieren: „Information: Wählen Sie diese Option, um eine Vormerkung anzuzeigen. (Sie können auch die Vormerkinformationen auswählen).“ Wer hat’s kapiert?

Kurze allgemeine Bewertung des Samsung UE46B6000 nach meinem ersten Eindruck: Das Bild des Samsung ist ganz passabel. Bei schwarzem Bild oder beim Ausschalten sieht man deutlich die fleckige, ungleichmäßige Ausleuchtung der LEDs. Der Upscaler für die DVB-C-Programme arbeitet vernünftig, das PAL-Bild kann sich sehen lassen. Bei einer Fußballübertragung sah ich allerdings die Grenzen der LCD-Technik: Die für LCDs typische Bewegungsunschärfe ist deutlich wahrnehmbar (für meine Eltern allerdings nicht!). Der über Scart angeschlossene (Analog-TV-)Festplattenrecorder liefert erwartungsgemäß ein extrem schlechtes Bild, hier werde ich bei nächster Gelegenheit mit einem Komponentenkabel testen. Der Ton ist unterste Schublade und wohl dem extrem flachen Design geschuldet. Das Display spiegelt im Gegensatz zu den meisten LCD-TVs.

Mein Fazit: Lieber einen Full-HD-Plasma kaufen! Ist (viel) günstiger und liefert das wesentlich bessere Bild. Ausnahme: Wenn man in einem extrem hellen Raum nur tagsüber fern sieht. Dann doch lieber ein LCD. Normal-Raum-Bewohner, Feierabendgucker und Kino-Film-Liebhaber greifen aber besser zu einem aktuellen Plasma.

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