Seit letzter Woche werkelt ein HD-Twin-SAT-Receiver an meiner „Heimkino-Anlage“ (Onkyo Sourround-Verstärker, Panasonic Full HD Plasma) – ein NanoXX Omega HD+. Frisch aus der Verpackung geschlüpft machte das Gerät einen soliden Eindruck, es ist gut verarbeitet. Auf der Verpackung befindet sich der Hinweis, man solle zunächst ein Firmware-Update durchführen – heutzutage leider Usus. Bei mir hinterlässt dies jedoch den Eindruck eines unfertigen Gerätes für Bastler. Leider wird genau dieser Eindruck nach den ersten Betriebsstunden bestätigt…

Doch zuerst mal zu den positiven Aspekten:

  • Die Programme/Kanäle sind vorprogrammiert (Astra), man kann sofort loslegen
  • Transparente Update-Politik, auf der NanoXX-Website erfährt man alles über den Entwicklungsstand der Firmware
  • Ein (kurzes) HDMI-Kabel gehört zum Lieferumfang
  • Aufwachen aus dem Standby geht sehr schnell
  • Tolle Bildschärfe bei HD
  • Zusätzlicher Ein-/Aus-Schalter auf der Rückseite
  • Firmware-Update auf V1.09 via USB-Stick problemlos, allerdings wurde nach erfolgreichem Update nicht erkannt, dass der USB-Stick wie aufgefordert abgezogen wurde

Und jetzt Tacheles:

  • Der erste Start blieb bei „Starting“ hängen. Nach 10 Minuten Warten habe ich aus- und wieder eingeschaltet, danach kam ein Fernsehbild
  • Dass zwei separate Kabel zur Sat-Schüssel angeschlossen sind, musste ich erst umständlich konfigurieren
  • Die Fernbedienung reagiert zickig, der Druckpunkt insbesondere beim Steuerkreuz ist nicht erkennbar, fühlt sich schwammig an
  • Bei der Auflösung 1080p wird lediglich ein schwarzes Bild angezeigt (1080p funktioniert bei mir grundsätzlich, z. B. mit dem Apple TV)
  • SD-Bild bei allen möglichen Auflösungen (also bis 1080i) deutlich schlechter (verwaschener) als bei meinem Topfield, der nur über S-Video angeschlossen ist
  • Die Darstellung der EPG-Infos ist altertümlich, nur 6 Programme in der Übersicht, keine automatische Aktualisierung im Hintergrund über alle Sender – Moderne EPGs sind übersichtlich und ersetzen eine Programmzeitschrift, mit dem NanoXX-EPG undenkbar… (moderne EPGs zum Vergleich: 3PG, ein TAP für Topfield oder das redaktionelle EPG SiehFern von Technisat)
  • Durchforsten des EPGs mit Suchbegriffen nicht möglich. Textbasierte Timer ebenfalls nicht möglich.
  • Bearbeiten der Kanalliste (löschen, verschieben) führte zum Absturz. Später hat es dann geklappt (ich habe öfters zwischendurch gesichert), allerdings entsprach die Programmnummer im Infofenster nicht mehr der Programmnummer auf dem Gerätedisplay
  • 2 Aufnahmen parallel gestartet und während der Aufnahmen auf den noch verfügbaren Programmen hin und her gezappt (nicht wild). Vermutlich dadurch gab es deutliche Bildfehler in den Aufnahmen.
  • Kein automatischer Vor- und Nachlauf für Aufnahmetimer einstellbar für Programmierung aus dem EPG heraus.
  • Druck auf „OK“ im Übersichts-EPG wechselt nicht das Programm, wenn keine EPG-Daten vorhanden sind. Im Listen-EPG funktioniert es hingegen.
  • Manchmal konnte man mehr als zwei Timer zur gleichen Zeit erstellen, bei der Aufnahme wurden aber nur zwei berücksichtigt. Bei einem späteren Versuch kam dann der (korrekte) Hinweis, dass mehr als zwei gleichzeitige Aufnahmen nicht zulässig sind.
  • Überhaupt trübten einige Komplett-Abstürze das ohnehin negative Gesamtbild zusätzlich

Diese Erfahrungen haben mir gereicht, um das Gerät wieder in die Verpackung zu stecken und an den Händler zurück zu geben. Wann begreifen die Hersteller endlich, dass unfertige Geräte, die beim Kunden „reifen“, nicht gewünscht sind? Oder gibt es so viele Käufer, denen die genannten Punkte einfach nicht wichtig sind, bei einem 479-Euro-Technikwunder?

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