Kann das Technisat Topmodell „HD S2 plus“ in die Fußstapfen meines Topfield TF5000PVR treten? Mal sehen…
Der Technisat war schnell aufgebaut. Das Netzkabel war allerdings im Karton unter einer Lasche versteckt. Die Bedienungsanleitung ist sehr ausführlich. Nach dem Starten des Receivers beginnt automatisch die menügeführte Erstinstallations-Routine. Dabei werden auch zwei länger andauernde Phasen durchlaufen: Erstens wird ein Firmware-Update durchgeführt, zweitens werden die EPG-Daten des Technisat-eigenen elektronischen Proframmführers SFI (SiehFernInfo) geladen. Ersteres verlief nicht reibungslos, bei 61% Fortschritt blieb das Update hängen. Nach 30 Minuten Wartezeit habe ich den Receiver einfach neu gestartet, das Update lief daraufhin.

Die mitgelieferte Fernbedienung liegt gut in der Hand, die Tasten haben einen klar definierten Druckpunkt – bis auf die verchromten Tasten… Die wirken vergleichsweise billig und senden oft erst auf festeren Druck das entsprechende Infrarot-Signal an den Receiver.

Nach ca. einer Stunde ist man startklar (wenn keine Firmware-Update-Probleme auftauchen) und kann beginnen, die TV-Hauptliste nach eigenen Vorstellungen zu sortieren und/oder Favoritenlisten zu erstellen. Oder man genießt gleich die momentan im ARD und ZDF laufende Winter-Olympiade in perfekter HD-Qualität. Aber auch die Bildqualität bei SD lässt kaum Wünsche offen. Im Vergleich zum NanoXX Omega HD+ (siehe auch mein Testbericht dazu) ist das SD Bild schärfer, ohne dabei (für mich sichtbare) Bildfehler zu produzieren. Das Bild meines Topfield ist im Vergleich weicher, von den Farben her allerdings etwas natürlicher.

Doch jetzt zur eigentlichen Stärke eines Twin-SAT-Receivers: Die Möglichkeit, zwei Aufnahmen gleichzeitig durchzuführen und eine dritte, bereits erfolgte Aufzeichnung anzuschauen. Leider zeigten sich genau hierbei erhebliche Schwächen. Nachdem ich eine Aufnahme auf ARD HD und eine auf RTL parallel gestartet habe, gab es im laufenden Programm zunächst Aussetzer beim Ton, später dann komplette Bildausfälle. Das hat mich doch sehr enttäuscht. Leider handelt es sich um ein bekanntes Problem dieses Technisat-Modells, das bislang noch nicht aus der Welt geräumt wurde, auch nicht mit dem neuesten Firmware-Update, wie ich gehofft hatte und was der Grund war, dieses Gerät doch in die engere Wahl zu nehmen.

Das viel gelobte, redaktionelle EPG ist zwar inhaltlich ordentlich, doch die Handhabung ist umständlich und das Design wirkt altbacken. Ich habe z. B. keine Möglichkeit gefunden, mir einen schnellen Überblick zu verschaffen, was am nächsten Abend um 20.15 Uhr auf den Kanälen läuft. Man muss sehr viele male auf die Fernbedienung tippen, bis man am Ziel ist. Bei meinem Topfield ist das dank „3PG“ in drei Tastendrücken erledigt. Der S2 bietet ferner keine Möglichkeit, Aufnahmen automatisch zu löschen, z. B. indem man den Aufzeichnungen ein Gültigkeitsdatum mitgibt. Auch enttäuschend: Im EPG kann man zwar nach Text suchen, textbasierte Aufnahme-Timer kann man aber nicht erstellen. Hat man schon zwei Timer, die sich überlappen kommt es beim dritten Timer zur gleichen Zeit korrekterweise zu einer Fehlermeldung. Der Timer wird aber trotzdem erstellt. Der Benutzer wird somit im Unklaren darüber gelassen, welche Sendungen letztendlich aufgezeichnet werden. „Intelligente“ Receiver fragen nach, welche beiden Timer beibehalten werden sollen und welcher gelöscht werden soll.

Besonders schlimm finde ich, dass die Garantie erlischt, sobald man eine grössere Festplatte einbaut, was prinzipiell bei diesem Gerät problemlos möglich wäre.

Um meine Erwartungen an einen HD-SAT-Receiver zu erfüllen, muss ich wie es scheint doch tiefer in die Tasche und zur 8000er Dreambox greifen. Die spielt allerdings in einer Preis-Liga, bei der sie sich keine Schwächen leisten dürfte. Der TechniSat hat meine Erwartungen jedenfalls nicht erfüllen können.

Advertisements