Es werden vermutlich nur diejenigen Gewinn machen, die auch bisher schon finanziell gut mit ihren Blogs gefahren sind. Da es sich bei Flattr um einen „Umverteildienst“ handelt, wird es ähnlich wie an der Börse laufen. Im Endeffekt zahlen 90% der Leute ein, 10% werden Profit machen und 0,1% der Blogger werden vielleicht sogar davon leben können.

Leider wird bei Flattr auch fast niemand mitmachen, der ausschliesslich einzahlt. Ich denke, einen Flattr-Account legt sich (momentan) nur jemand zu, der darauf hofft, wenigstens ein bisschen Kleingeld zu verdienen – also jemand der ebenfalls bloggt oder anderweitig das Internet mit Inhalten versorgt. Aber um an das Kleingeld zu kommen muss man erst einmal selbst eine „monatliche Rate“ zahlen (mindestens 2, höchstens 20 Euro), von der 10% erst mal an Flattr selbst gehen (wer überprüft das eigentlich?). Ausserdem werden die Gebühren, die für den Bezahldienst (z. B. Paypal) anfallen, ebenfalls einbehalten. Somit kann es für die meisten nur ein Minus-Geschäft werden. Dennoch: Die Grundidee ist gut! Jetzt sollten nur noch diejenigen zu Flattr „gegängelt“ werden, die ansonsten eher von Mitnehmer-Qualitäten geprägt sind.

Randnotiz: Dieses Einbehalten von Gebühren, die durch Bezahlung entstehen – ist das in Deutschland eigentlich legal? Gab es nicht kürzlich ein Gerichtsurteil gegen eine Fluggesellschaft, die keinen kostenlosen Zahlweg (z. B. Lastschriftverfahren oder Überweisung) angeboten hat?

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