Ohne Universalfernbedienung für die „Heimkino-Anlage“ (ok, der Ausdruck ist etwas übertrieben, ich habe schliesslich keine Leinwand…) geht es in unserem Haushalt schon lange nicht mehr, und so hatten wir bis vor kurzem eine One for All Kameleon 8 der dritten Generation (URC 8308) im Einsatz. Diese Fernbedienung aus gebürstetem Aluminium steuerte nicht nur AV-Receiver, TV-Gerät, SAT-Receiver und DVD-Player sondern auch einige Lampen in unserem Wohn-/Esszimmer – dank Makros klappte dies auf recht übersichtliche und einfache Weise. Leider hatten einige Tasten in letzter Zeit nur noch auf starken Druck reagiert, also habe ich mich mal umgeschaut, was es auf dem Markt derzeit gibt. Da wäre eine neue One for All, die X-Sight Touch, zum Beispiel. Sieht schick aus und hat einen Touchscreen. Allerdings lässt die sich leider nur an einem Windows-PC vernünftig konfigurieren. Dieser PC muss dann auch noch genau mit Windows XP und Service Pack 3 betrieben werden. Ziemlich enge Voraussetzungen. Auch deshalb fiel meine Wahl dann doch auf die Logitech Harmony One.

Der erste Eindruck ist überraschend. Die Fernbedienung hinterlässt einen wertigen Eindruck (trotz Plastik) und liegt sehr gut in der Hand. Das Konzept ist ein anderes als bei der One for All mit ihren Makros: Über so genannte Aktivitäten, wie z. B. „Fernsehen“ oder „Musik hören“ steuert man seine Anlage. Die Definition der Geräte und Aktivitäten erfolgt per Software für Mac oder PC. Mit Hilfe von „Harmony Remote“, so heisst das Programm von Logitech, stellt man in Ruhe alles ein und überträgt die so entstandene Konfiguration per USB-Kabel an die Harmony One. Diese Software wirkt ein bisschen ungeordnet, es gibt kein klares Bedienkonzept: Mal muss man eine Menüauswahl durch Klick auf einen Radiobutton und anschliessendem „Weiter“ ausführen, mal geht das direkt über einen Button, z. B. „Tastenbelegung“. Nach einer Weile findet man sich aber zurecht, dennoch könnte das übersichtlicher und komfortabler sein. Die Übertragung der Konfiguration an die Fernbedienung dauert bei mir ca. 3 Minuten, was ich für ausgesprochen lange halte. Da man doch ein wenig Zeit braucht, um gewisse Feinheiten einzustellen und zu testen, kommt es schon häufig vor, dass man mal wieder 3 Minuten warten muss. Naja.

Ist erst mal alles eingerichtet, gibt es fast kein Meckern. Alles wichtige hat eine Taste (ausser die heutzutage typischen Farbtasten Rot, Grün, Gelb und Blau). Alles was keine feste Taste hat, kann auf den kleinen Touch-Screen gelegt werden. Hier sind dann pro Aktivität maximal 6 zusätzliche Tasten gleichzeitig zu sehen. Mit Pfeiltasten kann man sich von Screen zu Screen hangeln, das ist aber eher lästig. Sehr gut ist dabei aber, dass man diesen Tasten des Touchscreens eigene Bezeichnungen geben kann. So steuere ich z. B. die Eingangswahl meiner „Zone 2“ (für die Lautsprecher in Küche und Terasse) mit den beschrifteten Touchscreen-Tasten „Radio“, „CD“ oder „Apple TV“ statt dem universellen AV1, AV2, usw…

Ob alle vorhandenen Geräte mit der Harmony One steuerbar sind, kann man natürlich vor dem Kauf auf der Website von Logitech herausfinden. Wählen Sie hierfür „Funktionen“ und dann „Kompatibilitätsprüfung“.

Leider funktionierte nach wenigen Tagen die Ladeschale nicht mehr, so dass ich momentan auf ein Austauschgerät warte. Gestern habe ich das defekte Modell zurück geschickt, morgen bekomme ich schon ein neues. Danke, Amazon!

Bin schon gespannt, ob ich sämtliche Einstellungen nochmals durchführen muss oder ob ich die bestehende Konfiguration einfach vom Mac auf die neue Logitech übertragen kann. Des weiteren muss ich noch die Lichtsteuerung konfigurieren. Ansprechen lassen sich die Schalter schon, allerdings möchte ich ganze Gruppen von Schaltern gleichzeitig bedienen können, um z. B. beim Verlassen der Wohnung auf einen Knopfdruck alles ausschalten zu können. Schau’n mer mal.

Flattr this

Advertisements