Ausgerechnet der Herr Schäuble fühlt sich durch die Veröffentlichung geheimer US Dokumente auf Wikileaks an die Stasi erinnert. Der Mann also, der sich als Regierungsmitglied für den elektronischen Personalausweis und die Gesundheitskarte ausspricht und sich somit sicher ist, dass die Daten, die dafür gespeichert werden, an einem „zentralen Ort“ sicher sind. So propagiert es jedenfalls die Bundesregierung. Ich befürchte, dass der Sicherheitsstandard bei E-Perso, Gesundheitskarte, Elena, Telefon- und Mautstation-Daten und sonstigen überwachungsstaatlichen Massnahmen wesentlich geringer ist, als beim US Aussenministerium. Letztere wissen ja schliesslich, dass deren Daten in den falschen Händen die Weltsicherheit gefährden könnten. Dennoch sind diese extrem schützenswerten Daten jetzt in den „falschen Händen“ – nämlich in den Händen der Öffentlichkeit. Und das ist gut. Gut deshalb, weil nun die Politiker am eigenen Leibe erfahren dürfen, was bei Daten-„Missbrauch“ passieren kann. Hoffentlich gibt dies der Obrigkeit ein wenig zu denken. Hoffentlich kommen sie zu dem Schluss, dass es den „zentralen sicheren Ort für Daten“ schlicht nicht gibt – ja gar nicht geben kann und nie geben wird.

Advertisements