Vielen wird es wohl so gehen, wie mir. Mehrere Endgeräte (aka Computer) kommen zum Einsatz und am liebsten würde man überall die gleichen Daten vorfinden und zwar deren aktuellster Stand. Apple versucht, mit MobileMe eine eierlegende Wollmilchsau zu etablieren, was allerdings nur halbherzig gelingt. Ich zeige im folgenden auf, wie sich die Synchronisation meiner wesentlichen Daten zwischen iMac, MacBook und iPhone darstellt. An manchen Stellen kommen zusätzlich noch je ein Account meiner Frau an iMac und MacBook ins Spiel. Ausserdem gibt es noch das iPhone meiner Frau und den iPod touch meines Sohnes. Ach ja, und ein Apple TV im Wohnzimmer.

E-Mail

E-Mails zu synchronisieren ist dank IMAP heutzutage keine Thema mehr. Wer noch POP3-Konten einsetzt, ist selber schuld. 😉

Kalender und Adressen

Für die Synchronisation von Kalender und Adressen ist MobileMe für Mac und iPhone erste Wahl. Es gab in den letzten Jahren hin und wieder Probleme mit dem Dienst, meistens verursacht durch Umstellungen seitens Apple. Aber seit September 2010 rennt es absolut zuverlässig. Eine „ausführliche“ Beschreibung, wie unkompliziert das ist, habe ich bereits verfasst. Bei den Aufgaben (ToDo-Listen), die man in iCal am Mac eintippen kann, hört es aber leider schon wieder auf. Diese werden auf dem iPhone schlicht nicht angezeigt, es gibt keine App von Apple dafür. Deshalb:

Aufgaben

Als Todo-Liste kommt bei mir seit November Wunderlist zum Einsatz. Kein großer Funktionsumfang, macht genau was es soll und ist daher unglaublich handlich. Trotz des vergleichsweise geringen Funktionsumfangs kann man damit das GTD-Prinzip umsetzen. Ziel-Termin, Priorität und Listen sind vorhanden. Es sind Apps für Win, Mac und iOS vorhanden, die sich über einen Account bei den Wunderkindern synchronisieren lassen. Aber Achtung: Es handelt sich noch um eine Betaversion.

Notizen

Die Lösung meiner Wahl ist Evernote. Relativ einfach gehalten, insbesondere die iOS-App. Scannen (ok, eher abfotografieren) von Dokumenten ist möglich – sogar mit Schrifterkennung. Auch bestens geeignet für Sprach- oder Fotonotizen.

Dateien

Um Dateien zu synchronisieren eignet sich die unkomplizierte Dropbox ganz hervorragend. Viele Anwendungen bieten mittlerweile eine direkte Anbindung an die Dropbox und so werden die Möglichkeiten, die man damit hat, immer vielfältiger und gleichzeitig einfacher. Ob Fotoalben, der Familienstammbaum, gemeinsam zu bearbeitende Dokumente, die Rotwein-Datenbank, die Energieverbrauchstabelle, Briefe, sogar Konfigurationsdateien… Die Dropbox macht die Verwendung der Daten auf mehreren Endgeräten sehr einfach. Meine Frau hat unter Ihren Mac-Accounts eine eigene Dropbox. Will sie mir Daten zur Bearbeitung zukommen lassen, schiebt sie sie einfach in den Unterordner „für Napfekarl“, der an meine Dropbox freigegeben ist. So einfach ist das.

Ebenfalls in Benutzung ist die iDisk. Hier habe ich eine weitere Internet Präsenz gespeichert. Zum Bereitstellen von Dateien für Freunde (z. B. Fotos) nutze ich ebenfalls gerne die iDisk, wobei sich hierfür die Dropbox ebenfalls eignet.

Nachrichten

Die Welt meiner Nachrichten setzt sich zusammen aus Websites (genauer: deren RSS-Feeds, gesammelt im Google Reader), aus Twitter Nachrichten und aus meinem Facebook-Stream. Am liebsten sind mir Programme oder Apps, die aus diesen verschiedenen Quellen einen (!) News-Stream generieren.

Am Mac funktioniert dies mit Socialite. Früher war ich von dieser Software nicht allzu sehr begeistert. Es hat mehrere Anläufe gebraucht, bis ich Socialite zu meiner vollsten Zufriedenheit konfiguriert hatte. Und das sieht so aus: Das Standard-Programm-Fenster blende ich aus, ich benutze ausschliesslich das sogenannte HUD (Heads-Up Display). Navigieren geht so: Leertaste zur nächsten ungelesenen Nachricht, Return öffnet die gesamte Nachricht im Hintergrund in Safari. Extrem schnell hat man auf diese Weise zig Nachrichten überflogen, zum ausführlichen Lesen vorselektiert und als gelesen gekennzeichnet.

Zudem habe ich es hinbekommen, dass der Status der Nachrichten (neu/gelesen) zwischen iMac und MacBook synchronisiert wird  – und zwar alles: RSS, Twitter und Facebook! Dazu braucht man Webspace (in meinem Fall die Dropbox). Mal sehen, vielleicht veröffentliche ich demnächst eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung der Synchronisierung mit Socialite. RSS wird übrigens dank Google-Reader-Unterstützung sowieso gesynct.

Am iPhone nutze ich my6sense (habe ich hier auch mal ausführlicher beschrieben). Unterwegs reicht es mir, wenn ich die „relevanten“ Nachrichten der letzten 12 Stunden angezeigt bekomme. Bislang war ich damit über alles wesentliche informiert. Es bleibt aber ein ungutes Gefühl, dass man vielleicht doch etwas wichtiges verpasst, weil die Relevanz-Kriterien versagen. Deshalb ist es lobenswert, dass auch mit my6sense die Möglichkeit besteht, einen chronologischen News-Stream  aus RSS-Feed, Twitter und Facebook aggregieren zu lassen. Perfekt!

Musik, Videos und Fotos

Ein klarer Fall für iTunes in Verbindung mit Aperture für Fotos (iPhoto geht natürlich genauso gut). Ich mag iTunes, weil fast alles automatisch von statten geht, sofern man von intelligenten Wiedergabelisten bzw. intelligenten Alben in iPhoto/Aperture Gebrauch macht. Am iMac hängt eine externe Platte die sämtliche Daten von und für iTunes beherbergt. Somit ist der iMac das Herz für diese Art der Daten. Von hier aus werden alle iGadgets bestückt. Das MacBook wird hierbei aussen vor gelassen.

Uff, das war viel zu lesen (und zu schreiben ;)). Danke an diejenigen, die es bis hierher geschafft haben!


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