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Nach nun mehr als 5000 gefahrenen Kilometern mit der Ducati XDiavel ist es an der Zeit, mal ein Zwischenfazit zu ziehen.

Ein paar allgemeine Worte vorweg: Die XDiavel ist für mich ein Bike, bei dem die technischen Daten eine untergeordnete Rolle spielen. Ich fahre es, weil es mir außerordentlich gut gefällt – und zwar so gut, dass ich wegen diesem Blechhaufen einige Jahre früher als geplant wieder eingestiegen bin. Mir gefällt daran, neben dem Design, der kompromisslose Charakter, die Art und Weise der Neudefinition eines Cruisers, die diesen Markt sicherlich grundlegend beeinflussen wird – im positiven Sinne. A propos Sinne: Genau die spricht es an. Es ist ein bisschen wie bei einem Mac, da fragen die meisten auch nicht nach den technischen Daten, man spürt schnell, dass die „User-Experience“ eine andere ist, eine stimmigere, ästhetischere, angenehmere als bei Produkten der Konkurrenz. Und diese User-Experience ist bei der XDiavel schlicht faszinierend, egal ob 2,6 oder 3,0 auf der Stoppuhr stehen, wenn man von 0 auf 100 beschleunigt, egal ob sie 100 oder 156 PS leistet, egal ob sie 800 oder 1262 ccm Hubraum hat, egal wieviel Benzin sie verbraucht (für diejenigen, die es doch interessiert: sie braucht knappe 3 Sec. von 0 auf 100, sie hat 156 PS und 1262 ccm Hubraum, mein Verbrauch liegt bei sehr guten 4,5 l pro 100 km).

In diesem Jahr zwischen April und Juli gelang es mir, mehr als 5000 km zu fahren. Das liegt daran, dass ich jede freie Minute zum Biken genutzt habe. Das zeigt aber auch, das Fahren mit der 😄 macht mir unglaublich viel Spaß! Man kann es langsam angehen lassen und die Beine gemütlich nach vorne strecken. Damit die Gasannahme nicht so sportlich/ruppig ausfällt, empfiehlt sich hier der Riding-Mode „Urban“. Will man sich sportlich bewegen und schaltet um auf „Touring“ oder „Sport“ werden das volle Drehmoment und die gesamte Leistung bereit gestellt. Jetzt geht der Punk ab! Dabei kann man die gebotene Handlichkeit dieser Ducati kaum glauben. Wie kann das gehen? Solch ein langer Radstand, solch ein fettes Hinterrad – dennoch geht die Duc willig in die Kurven, nimmt einem plötzliche Lastwechsel nicht krumm und beschleunigt, als gäbe es kein Morgen. Klasse! Meine bevorzugte Fahrweise (gemütlich cruisen) macht es selten nötig, den Urban-Modus zu verlassen.

Die XDiavel wurde sicherlich nicht als Reisedampfer konzipiert. Dennoch fällt es nicht schwer, Tagestouren von 250-300 km abzuspulen, ohne dass der Hintern schmerzt. Gibt man öfters mal die Sporen, könnte es schon sein, dass man nach einer Weile Erschöpfungs-Symptome zeigt oder am nächsten Tag Muskelkater hat. Die Arme können schon lang werden, wenn man oft und gerne flott beschleunigt. Da ich überwiegend tatsächlich cruisenderweise unterwegs bin, empfinde ich die das Reisen fast als komfortabel. „Fast“ deshalb, weil zähfließender Verkehr mit der X nicht viel Spaß macht, da man doch viel mit Kupplung arbeiten muss unterhalb von 20 km/h – ansonsten wird’s ruckelig. Eine Mehrtagestour habe ich noch nicht damit gewagt, da ich noch nicht das richtige Gepäck-Zubehör gefunden habe. Die Kriega Dry Bags machen einen super Eindruck, die werde ich wohl demnächst mal genauer unter die Lupe nehmen.

Es gab auch bereits mehrere Werkstattbesuche:

  • 1000 km Inspektion
  • Entlüftung des Hinterradbremssystems (nach einem kleinen Umfaller…)
  • Außenlager der Lichtmaschine musste ersetzt werden (Garantiefall)
  • Rückrufaktion wegen falsch montierter Hinterräder (meins wurde geprüft, war aber nicht betroffen)

Das klingt jetzt nach viel, betrachtet man aber, dass ich das Entlüften selbst veruracht habe, die Inspektion nichts außergewöhnliches ist und der Rückruf mich nicht betroffen hat bleibt als überflüssiger Defekt nur das zermahlte Lager, das ich der XDiavel in Anbetracht ihrer Vorzüge leicht verzeihen kann.

Fazit: Geiles Teil!

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